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Taub und trotzdem hören

Foto: Dittrich, Karl

Unter diesem Überschrift veröffentlichte die WR ein Interview mit unserem Mitglied Susanne Joy.

Den vollständigen Artikel können Sie hier nachlesen!

 

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15 Jahre Selbsthilfe-Kontaktstelle Hamm - Sommerfest 25.08.2012

Zum 15-jährigen Bestehen der Selbsthilfe-Kontaktstelle fand am 25.08.2012 im Hof der Chemnitzer Str. 41 ein Sommerfest statt. Bei schönem Sonnenwetter gratulierten Vertreter/Abgesandte der Selbsthilfegruppen und Vereine, insgesamt über 100 Gäste, auf ganz zwangloser Ebene den Mitarbeiterinnen der Kontaktstelle zu diesem Jubiläum. Neben einem vielfältigen Angebot an Speisen und Getränken, die zum Großteil von den Gästen mitgebracht wurden, gab es Musik zur Unterhaltung.

Mitglieder der SHG für Schwerhörige in Hamm sowie Dani und Bodo Schlenker von der Cochlear Implant Selbsthilfegruppe Hamm  waren anwesend und genossen diesen Nachmittag. Dabei waren auch Menschen, die nicht im Arbeitskreis der Behinderten teilnehmen, aber mit der Selbsthilfe-Kontaktstelle zusammenarbeiten und ebenso hier Rat und Unterstützung erhalten.

Besonderen Dank gilt der Leiterin der Kontaktstelle, Monika Dirks, und ihren Mitarbeiterinnen, die diesen gemütlichen Nachmittag organisiert haben.

Margot K.-E.

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Tag der Begegnung am 15.09.2012

Anders ist auch normal - Erfolgreiches Miteinander beim Tag der Begegnung am 15.09.2012 in Hamm

Der AK Behinderte hatte eingeladen zum Tag der Begegnung. Es sollte die Möglichkeit gegeben werden, dass sich Selbsthilfegruppen aus Hamm und Umgebung vorstellen, um  ihre Ziele und Arbeitsweisen bekannt zu machen.
Die CI–SHG Hamm hatte deshalb  beschlossen, nicht zum CI–Tag am 09. Juni 2012 eine Aktion zu starten, sondern dieses lokale Forum zu nutzen.
Es war eine Menge, was die Gruppe anbieten konnte:
Informationen über ein Cochlea–Implantat waren in schriftlicher Form erhältlich und durch Anschauungsmaterial für Interessierte  gut zu erklären.
Hörmemory, Glücksrad-Drehen, Kinderschminken, Trödelsachen und Essbares (Tomatenmarmelade, Schmalzbrote, Salamistangen, Äpfel und Kuchen) ergänzten das Angebot. Besonders die frisch gebackenen Waffeln, Kaffee und Cappuccino, später auch Softdrinks, wurden gerne gekauft.
Ein 7-jähriges Mädchen und ein 9-jähriger Junge waren die jüngsten Teilnehmer, die bei dem Hörmemory alle Gegenstände am Geräusch richtig erkannt haben und einen Hauptpreis gewonnen haben.
Das Wetter war wechselhaft, aber bis auf einige Tropfen und ein paar heftige Windstöße, die den Pavillon zum Schwanken brachten, ging alles gut und es war auch nicht zu kalt.
Es war eine gute Gelegenheit, die Gruppe vorzustellen. Ebenso war es schön, auf dieser Ebene andere Selbsthilfegruppen und ihre Anliegen kennenzulernen.
Die aktiv beteiligten Gruppenmitglieder hatten viel Spaß, ebenso die Besucher.
Trotz des hohen Arbeitsaufwandes lohnt es sich immer wieder,  sich  öffentlich darzustellen und auf die Hörproblematik und den Umgang damit hinzuweisen.
Ganz besonderen Dank an Marlies und Rainer Wulf, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz sicherlich manchmal auch an den Rand der Erschöpfung geraten.
Bewundernswert, wie aktiv unser Goldhochzeitspaar Ferdi und Anneliese Keggenhoff den Tag überstanden haben!

Sigrid F.

Beim Hörmemory errieten diese jüngste TN alles richtig. Glückwünsche!!!
 
 
 

1. Ehrenamtsfest der Stadt Hamm 08.09.2012

Unter den vielen Ehrenamtlichen, die eine Urkunde erhielten, waren auch Marlies und Rainer Wulf, die seit langem ehrenamtlich tätig sind für die Cochlear Implant Selbsthilfegruppe Hamm (CI-SHG Hamm); Marlies Wulf setzt sich darüber hinaus sehr intensiv als Redakteurin des CIV NRW e.V. für die CIV NRW News ein.

Einen ausführlichen Bericht können Sie hier lesen!

Ausstellung im Allee-Center Hamm 12. - 17.09.2011

Vom 12.-17.09.2011 fand eine Ausstellung im Allee-Center zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit statt. Organisiert wurde die Ausstellung von der Stadt Hamm, um das unverzichtbare ehrenamtliche Engagement der freiwillig Tätigen in Hamm nach außen zu präsentieren. Für den Bereich „soziales Ehrenamt" hatte sich der Arbeitskreis für Behinderte mit Info-Ständen, Präsentationen und Bühnenprogramm an der Ausstellung beteiligen. Wir von der CI-SHG hatten uns für einen Tag (Dienstag 13.09.11) angemeldet. – Die gesamte Standfläche von nur ca. 7 m x 5 m war für mehre Organisationen, Verbände oder Selbsthilfegruppen als Aussteller vorgesehen. Zum Präsentieren blieb leider nur Platz für zwei DIN-A2-Poster und drei Regalbretter für Infomaterial. Es gab nirgendwo einen Hinweis  auf die einzelnen Stände! Viele Besucher wussten nicht, was da gezeigt wurde. So war unsere Standbesatzung – Marlies, Rainer, Dani, Sigrid, Ronald, Anneliese und Ferdi – auf ihre Eigeninitiative angewiesen: Passanten und Hörgeräteträger wurden angesprochen, Flyer und Info-Material verteilt, mündliche Infos zum CI und über die SHG weitergegeben. Wir hoffen, dass die wenigen Interessenten bzw. Betroffenen und auch die Spender, die uns bei der Sammelaktion „Hörgeräte für Jordanien“ unterstützen wollen, uns noch einmal ansprechen oder im EVK besuchen werden.

Ronald Stein

Weitere Informationen finden Sie hier!


Seminar 2010: Ich und meine Behinderung

Die CI-SHG Hamm hat am ersten Septemberwochenende am Sorpesee unter dem Motto „Ich und meine Behinderung“ ein Seminar durchgeführt. Das Evangelische Krankenhaus Hamm — quartalsmäßiger Treffpunkt der SHG Hamm — hat für die Teilnehmer mit Fahrgemeinschaft aus Hamm während dieser Zeit kostenlos Parkplätze zur Verfügung gestellt. Unsere Teilnehmer aus dem Rheinland hatten die längste Anreise. So starteten wir mit dem Seminar am Samstagmittag.

20 Mitglieder – 12 CI-Träger, 3 Hörgeräteträger sowie 5 normalhörende Lebenspartner – haben mit unserem lieben Referenten Peter Dieler intensiv gearbeitet. Peter Dieler ist seit früher Kindheit schwerhörig und beidseitiger Hörgeräteträger. Er ist selbständiger Audiotherapeut in Hamm und betreut, wie bekannt, mehrere Selbsthilfegruppen. Mehrere Tage in der Woche ist er als Audiotherapeut in dem HELIOS Rehazentrum Bad Berleburg - Baumrainklinik tätig. Viele  Seminarteilnehmer und Mitglieder unser SHG kennt er durch diese Tätigkeit schon länger.

Mit der Darstellung der Sprache, dem Unterschied zwischen Hören und Verstehen, ist unser Seminar gestartet. Das individuelle Verstehen ist getragen durch die bildliche Auffassung eines jeden. Fallbeispiele haben das detailliert gezeigt. Ein Beispiel war das Wort „FLÜGEL“. Hier gab es von uns Teilnehmern unterschiedlichste Assoziationen, aber die von Peter hatte keiner, es war Hähnchenflügel. Ergänzt wurde dieser Bereich durch die Mimik beim Sprechen. Da der Mensch nur 11 Lippenbewegungen macht, ist ein Ablesen vom Mund  sehr schwierig; z.B. Mama und Papa haben gleiche Lippenbewegung.

Ein sehr wichtiges Thema für uns waren die Ton- und Sprachaudiogramme, die anschließend in ihrem Aufbau, ihrer Durchführung und Auswertung dargestellt wurden. Die Notwendigkeiten der Messungen wurden klar vorgestellt. Unsere Fragen zielten hauptsächlich auf die Auslegung der Auswertungen.

Das Hauptthema „Akzeptanz und Umgang mit meiner Behinderung“ ist dann anhand von 2 Fallbeispielen – Fernsehsequenz und Beschreibung einer Geselligkeit – ausführlich erörtert und detailliert durchgearbeitet worden. Das Verhalten von Ruth in der Fernsehdiskussion und die doch z.T. unprofessionellen Reaktionen wurden lebhaft diskutiert. Die komplette Bandbreite von Totalverweigerung bis Problembehandlung in dem Beispiel mit Rosa beim Kegeln wurde gemeinsam durch Frage/Antwort und persönlichen Erlebnissen analysiert. Ein jeder von uns Teilnehmern hat aus den verschiedensten Lösungsansätzen seine Lösungsmöglichkeit für den Alltag erkannt. Diese muss jetzt im Alltag umgesetzt werden. In den Pausen, beim Essen sowie nach der Veranstaltung wurde weiter intensiv über diese Themen gesprochen.

Peter Dieler hat dann zusätzlich viele Fragen zum Thema Hörhilfen und Technik bestens beantwortet.

Alle Teilnehmer haben sehr stark von dem Seminar profitiert, das am Sonntagmittag endete. Von einfachen Fragen bis zur Tiefenpsychologie reichte das Spektrum der 2 Tage.  Wir nehmen vor allem für unsere individuellen, persönlichen Belange positive Anregungen und Hilfen für den Alltag mit.

Alle, die mitgemacht haben freuen sich auf ein weiteres Seminar in 2011.

Ronald Stein


Tag der Begegnung in Essen 2010

Der CIV NRW e.V. hat in diesem Jahr in Kooperation mit den Selbsthilfegruppen CI-Hamm und Ruhrgebiet Nord am Tag der Begegnung in Essen teilgenommen.

Im Rahmen von Ruhr 2010 lud der LVR am 27. Juni 2010 nach Essen in den Grugapark ein.

Unter dem Motto “Integration durch Kultur“ erlebten wir wie bereichernd ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung sein kann. Das Fest bot Bühne und Plattform für Information, Austausch und Begegnung.

Mit unserem Aktionsstand machten wir uns gemeinsam mit Gästen, Aussteller, Verbände, Vereine und Initiativen, stark für Integration und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung.

Unserer Luftballonaktion rückwirkend zum 5. Deutschen CI- Tag erfreute große und kleine Kinder. Die fleißigen Hände konnten gar nicht so schnell arbeiten, so groß war die Nachfrage an unseren Ballons.

Vielen Betroffenen konnten wir durch angeregte Gespräche, Informationen rund um das CI gegeben. Stärken konnten sich die Besucher an unserem Stand mit Kaffee und leckeren Waffeln. Wer das herzhafte liebt, entschied sich lieber für heiße Würstchen.

Beim größten Familienfest für Menschen mit und ohne Behinderung konnte jeder sein Glück an unserem Glücksrad versuchen. Es war eine Freude in all die strahlenden Gesichter zu blicken.

Wir erlebten beim Tag der Begegnung, dass Kultur keine Barrieren kennt und das Zusammenleben bereichert.


2. Hammer Gesundheitsmesse „Fit in Hamm“ 2009

„Wie bleibe ich fit und lebe gesund?“

hieß das Motto der 2. Hammer Gesundheitsmesse „Fit in Hamm“, die in diesem Jahr am 16. und 17. Mai 2009 im Maximilianpark stattfand. Mit Ausstellungen, vielen interessanten Mitmachprogrammen, Vorträgen und Angeboten für alle Altersgruppen lockte die Messe unter dem Zeichen des gläsernen Elefanten zum zentralen Thema Gesundheit.

Auch die Cochlear Implant Selbsthilfegruppe Hamm (CI SHG Hamm) informierte in diesem Jahr im Rahmen des „Selbsthilfemarktes“ mit einem eigenen Stand zu den Themen Cochlea-Implantat und Schwerhörigkeit im Alltag und im Beruf.

Bei bestem Besucherwetter herrschte an den beiden Messetagen reger Betrieb und Andrang am Stand der CI SHG Hamm. Wen wundert’s - bei Brat- und Currywurst, Waffeln und Kaffee konnten sich Interessenten zu den Themen CI und Schwerhörigkeit wie auch Passanten nach Herzenslust stärken. Das SHG-eigene Glückrad sorgte für Heiterkeit und Abwechselung. Höhepunkt am Stand war eine spannende Tombola mit hochklassigen Preisen.

Diese hervorragende Mischung aus Information, Spaß und Genuss verhalfen der CI SHG Hamm zu regem Feedback aus den Besucherkreisen. Die Stand-Crew führte diverse Gespräche und konnte an vielerlei Stellen aufklären und Auskunft geben zu Cochlea-Implantaten und dem Thema Schwerhörigkeit allgemein.

Neben allerlei Standaktivitäten konnten sich die Besucher auch im Rahmen von Seminaren und Vorträgen, die in den Forum-Arkaden der Gesundheitsmesse stattfanden, informieren. Die CI SHG Hamm war ebenfalls mit einem Vortrag präsent. Referent Ronald Stein, selbst hochgradig schwerhörig und mit dem Gedanken spielend CI-Träger zu werden, informierte über das Thema „Schwerhörigkeit im Arbeitsleben“ und erläuterte anhand seiner Geschichte Erlebnisse aus dem Berufsalltag, Problematiken, aber insbesondere auch Möglichkeiten, die sich aufgrund des Handicaps einer Schwerhörigkeit ergeben haben. Eine Geschichte, die allen Hörern des Seminars in vielen Fassetten Informatives, Nachdenkliches aber auch etwas zum Schmunzeln gezeigt hat.

Wenn wir ein Fazit ziehen wollten - Für die CI SHG Hamm war die 2. Hammer Gesundheitsmesse ein voller Erfolg. Es zeigt sich, mit Präsenz und Engagement aber auch mit Pfiff, Charme und der richtigen Idee können Informationen wirklich weiter getragen werden. Wir müssen stets darum bemüht sein, die Erfolge und die Erkenntnisse, die wir selbst erfahren haben, mit anderen zu teilen.

Bodo Schlenker


Selbsthilfe Kontaktstelle Hamm feiert 10. Geburtstag

Foto: Westfälischer Anzeiger/Wiemer - vorne links Hilde Jelinski, 1. Vorsitzende des Paritätischen

Die Selbsthilfe Kontaktstelle im Paritätischen für die Stadt Hamm wurde 1997 offiziell eingeweiht. Der 10. Geburtstag wurde im November 2007 im Technischen Zentrum der Sparkasse Hamm gefeiert. Neben Grußworten der 1. Vorsitzenden des Paritätischen, Hilde Jelinski, und der Theatervorführung einer Selbsthilfegruppe, stand die Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft der Selbsthilfe in Hamm“ im Mittelpunkt der Veranstaltung. Daran nahmen Vertreter der Stadt, des Landes, des Trägers und der Krankenkassen als Finanzgeber sowie politische Vertreter aus Hamm teil. Gab es anfangs 30 Gruppen in Hamm, sind es nun aktuell 140 Selbsthilfegruppen. Die CI-SHG Hamm war auch vertreten: Hamm gehört dazu!

 

Die Leiterin der Selbsthilfe Kontaktstelle, Monika Dirks, hat uns in der Gründungphase hilfreiche Tipps an die Hand gegeben und uns unterstützt. An dieser Stelle nochmals unseren ganz herzlichen Dank dafür.

Sehr deutlich wurde uns, dass der Bekanntheitsgrad des CIs im Vergleich zu den letzten Veranstaltungen stark zugenommen hat. Gute Gespräche, Aufklärungsarbeit und Hintergrundinformationen haben seit Bestehen unserer Selbsthilfegruppe dazu beigetragen, Interessierten sowie Betroffenen in und um Hamm das Cochlea Implantat näher zu bringen.

Wieder konnten viele Informationen vermittelt werden. Zu dieser Veranstaltung kamen so viele Rat suchende wie noch nie. Unser Angebot, an einem der zukünftigen Gruppentreffen teilzunehmen, wurde von wissbegierigen, teilweise selbst betroffenen Passanten der Hammer Fußgängerzone dann auch sehr positiv angenommen.


Der Umgang mit meiner Hörbehinderung

Seminar der CI-SHG Hamm am 22. November 2008 in den Räumen des EVK Hamm, Audiotherapeuten Peter Dieler und Anja Kehring

Wir Hörbehinderte erleben Einschränkungen im Alltag, im sozialen Miteinander, im kulturellen Leben und oft genug sind wir frustriert oder unzufrieden mit unserer Behinderung.

Dieses Seminar gab uns die Möglichkeit unseren Blickwinkel zu verändern. Es half uns, andere Sichtweisen auszutauschen, unterschiedliches Verhalten in ähnlichen Situationen zu erkennen und voneinander zu lernen. Unter Gleichbetroffenen ist das möglich; wir müssen uns nicht entschuldigen, nicht erklären und uns nicht rechtfertigen.

Den Einstieg machte Peter mit zwei verschiedenen Fragen: Wann wird dies ein gutes und wann ein schlechtes Seminar? In großer Lockerheit und nicht allzu ernst, konnten wir unsere Kommentare abgeben.

Überhaupt trug die lebensfrohe Art von Peter dazu bei, dass wir uns sehr schnell in der Gruppe wohlfühlten und keine Hemmungen hatten, von unseren Schwierigkeiten im täglichen Leben und im Umgang mit hörenden Menschen zu berichten. Für Anja war die Moderation eine Premiere, die sie mit Bravour bestanden hat.

Wie sehen wir uns selber im Alltag und wie glauben wir, sehen uns hörende Menschen? Es gab eine Menge Gesprächsstoff dazu, wobei der Spaß nicht zu kurz kam. Das scheint auch ein Schlüssel für unsere Behinderung zu sein: Das Lachen dürfen wir nicht verlernen. Es tut einfach gut, über Missverständnisse, die zwangsläufig immer wieder auftreten, zu lachen.

In Gruppenarbeit von bis zu 4 Personen suchten wir eine Begebenheit aus, in der wir glaubten, uns nicht richtig verhalten zu haben. Es sollte eine Gelegenheit sein, wo wir uns im Umgang mit unserer Hörbehinderung nicht wohlfühlten. Dann hatten andere Gruppenmitglieder die Aufgabe, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen und gefundene Lösungen zu kommentieren. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich habe lange nicht mehr so viel gelacht.

Das Memory-Spiel, das Anja entwickelte, lehrte uns, verschiedene Ohren mit und ohne CIs oder Hörgeräten kennen zu lernen, wobei es schwer war, sich die die Karten mit den identischen Grafiken zu merken.

Ein lustiges Frage- und Antwortspiel zeigte uns, wie oft Hörbehinderte Antworten geben, die so ungefähr passen, aber doch knapp daneben liegen.

Wir gehen gut mit Situationen um, wenn unsere Gedanken Mut machen, weil wir dann positive Gefühle entwickeln und daraus sich ein Verhalten ergibt, welches uns zufrieden stellt und zu weiterem positiven Umgang mit der Hörbehinderung veranlasst.

In der Schlussrunde gab es viele positive Rückmeldungen. Gerne möchten wir bald ein ähnliches Seminar besuchen. Dieser Tag hat uns alle aufgebaut und den Rücken gestärkt, mit unserer Hörbehinderung zu leben. Danke Peter, danke Anja. Ihr wart einfach toll!!!

Last but not least, danke Marlies und danke Rainer für die gute Organisation und die reichhaltige Verpflegung.

Margot Kohlhas-Erlei


CI-Collage „Taub und trotzdem hören“ von Bernd Schmelter erstellt

Bernd Schmelter aus Unna, CI-Träger, begleitet seine Frau Marianne nach Boltenhagen. In Boltenhagen wird Interessierten angeboten, unter fachmännischer Leitung Collagen anzufertigen. Marianne Schmelter leidet unter dem Usher-Syndrom, ist fast blind und hörbehindert. Beide können es selbst kaum fassen, wie leicht ihnen die Kreativität von der Hand geht.

Entstanden ist das Projekt in Berlin, als der dortige Blindenverband nach einer besonderen Beschäftigungsmöglichkeit für seine Mitglieder suchte. Die in Collage-Technik gefertigten Kunstwerke zeichnen sich durch phantasievolle Vielgestaltigkeit in Thema, Farbe und Form aus. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Frauen bei der Bewältigung von Alltagsproblemen zu helfen und durch künstlerische Arbeit ihre Fähigkeiten und Talente zu aktivieren. Bundesweit anerkannt sind die Verdienste des Vereins um die Arbeit mit blinden oder geistig behinderten Menschen.

Betreut wird dieses Projekt vom Kreativzentrum für Frauen Treptow/Köpenick. Helga Krause, Vereinsvorsitzende, ist mit Alice Strahl, Erika Bütow und Margot Wolff aus der Hauptstadt angereist, um an der Ostsee Blinde und Sehbehinderte mit der Collage, einer Technik der bildenden Kunst, vertraut zu machen.

Die Kursteilnehmer greifen gerne zu maritimen Dingen, die sie mit dem Aufenthalt an der Küste verbinden. Sie finden es „ganz prima“, dass jederzeit helfende Hände zur Verfügung stehen. „Wir setzen nur die Ideen der Teilnehmer um“, erwidert Margot Wolff, die von der Selbstständigkeit der Hobbykünstler begeistert ist.

„Taub und trotzdem Hören“ heißt der Titel einer Collage, die Bernd Schmelter erstellt hat und ist eine Anspielung auf sein Gehör, das seit seiner Jugend sehr schlecht gewesen ist und später dann völlig verloren ging. Ein Cochlea Implantat (kurz CI) hat es ihm aber ermöglicht, das Gehör wieder zu bekommen. Und genau das erzählt sein Kunstwerk, das er vorwiegend aus metallischen Materialien zusammengesetzt hat.

Die künstlerischen Ergebnisse können sich sehen lassen und werden in Ausstellungen gezeigt. In Boltenhagen kann man sie im Aura-Hotel bewundern, der Begegnungsstätte für Blinde und Sehbehinderte in M-V.

Marlies Wulf


Berliner Luft!

Hinfahrt Hamm - Berlin, v.l.: Franz Poggel, Michael Stötzel, Rainer Wulf

20 Jahre DCIG würdig begangen!
„Es gibt keinen Fortschritt, wenn die Menschen kein Vertrauen in die Zukunft haben.“
 

Freitag, 14.09.

4.00 Uhr, der Wecker reißt uns aus dem Schlaf.

5.30 Uhr fährt das Sammeltaxi vor und bringt Elvira und Klaus Mager, Franz Poggel, Michael Stötzel sowie Rainer und mich zum Hauptbahnhof. Drei Stunden Bahnfahrt vergehen durch Vorfreude auf das vor uns liegenden Symposium wie im Flug.

9.08 Uhr planmäßige Ankunft in Berlin.

In Gruppenarbeit von bis zu 4 Personen suchten wir eine Begebenheit aus, in der wir glaubten, uns nicht richtig verhalten zu haben. Es sollte eine Gelegenheit sein, wo wir uns im Umgang mit unserer Hörbehinderung nicht wohlfühlten. Dann hatten andere Gruppenmitglieder die Aufgabe, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen und gefundene Lösungen zu kommentieren. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich habe lange nicht mehr so viel gelacht.

Fachausstellung, v.l.: Klaus Mager, Ebba Morgner-Thomas, Elvira Mager, Leo Tellers, Marlies Wulf

Obwohl unsere Füße an diesem Tag stark strapaziert wurden, haben wir eine Besichtigung im Reichstag als absolutes Muss angesehen und somit unternommen. Unter fachkundiger und zugleich witziger Leitung wurden wir durch das riesige Gebäude geschleust und haben so manche Anekdote erfahren können.

Im Estrel, dem größten Convention- Entertainment- und Hotel-Komplex Europas, ließen wir den Abend gemeinsam ausklingen und haben noch viele weitere CI-Träger dort angetroffen.

Samstag, 15.09.

v.l.: Rainer Wulf, Prof. Dr. Dr. Dr. Ernst Lehnhardt, Elvira Mager, Franz Poggel

Nach der Eröffnung und Begrüßung der Fachausstellung durch den Präsidenten der DCIG, Franz Hermann, erfolgte der musikalische Auftakt mit Carmen Fuggis und Jonathan Seers.

Es gab eine Menge Gesprächsstoff dazu, wobei der Spaß nicht zu kurz kam.

Das scheint auch ein Schlüssel für unsere Behinderung zu sein: Das Lachen dürfen wir nicht verlernen. Es tut einfach gut, über Missverständnisse, die zwangsläufig immer wieder auftreten, zu lachen.

v.l.: Elvira Mager, Prof. Jim Patrick aus Australien, Franz Poggel, Rainer Wulf

Mentor Prof. Dr. Dr. Dr. Ernst Lehnhardt erläuterte zunächst die Historie der CI-Versorgung. Mit einem Zitat von John F. Kennedy „Es gibt keinen Fortschritt, wenn die Menschen kein Vertrauen in die Zukunft haben“ - würdigte er auch die Pioniere, die genau dieses Vertrauen in die Zukunft des CI gesetzt haben.

Während des Festabends Ingrid Dömkes und Leo Tellers

Mit den Worten von Albert Einstein „Es gibt keine große Entdeckung und keinen Fortschritt, so lange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt“ wurde auf das Symposium übergeleitet.

Prof. Jim Patrick war eigens aus Australien angereist, um der DCIG zu dessen Jubiläum zu gratulieren. Patricks Vortrag war eine Mischung aus fachlicher Kompetenz gewürzt mit einigen witzigen Anekdoten.

Rück- bzw. Vorschau fand statt aus medizinischer, statistischer und emotionaler Sicht. Viele professionelle Redner bis hin zu selbst Betroffenen trugen mit Ihren Referaten zu einem guten Gelingen bei und kamen zu dem Ergebnis, das ein Betreuungsnetzwerk von großer Bedeutung ist und stetig weiter ausgebaut werden muss.

Hanna und Franz Hermann wurden auf vielseitige Weise geehrt und ihr ehrenamtliches Engagement lobend erwähnt.

Während der Pausen bot sich im Vorraum die Möglichkeit, Aussteller und Sponsoren an den gut frequentierten Ständen aufzusuchen. Darüber hinaus präsentierten sich die Firmen Cochlear und MED-EL während des Lunchsymposiums zusätzlich in einem separatem Raum. Gegen 17.15 Uhr endete der erste Tag des Symposiums.

Der Festabend

Beeindruckend war zu Beginn des Festabends die Selbstdarstellung der CI-Jugend mit den Moderatoren Anna Stangl und Alexander Becker. Der Zusammenhalt, die Lebensfreude und das Miteinander spiegelten sich beim Auftritt dieser Jugendlichen wider. Welche Möglichkeiten das CI diesen Jugendlichen eröffnete bedarf wohl keines weiteren Kommentars.

Eine wirklich gut gelungene Darbietung im Zeitraffer 1987 – 2007 wurde mit einer anschließenden PowerPoint-Präsentation abgerundet. Unter den Darstellern befand sich auch Tobias Fischer, der von Prof. Lehnhardt europaweit als erstes deutsches Kind – mittlerweile auch bilateral – mit einem CI versorgt wurde.

Die Band „Berliner Salonorchester“ bildete den musikalischen Hintergrund bei dem Drei-Gänge-Menü, welches für Augen und Gaumen ein Wohlgenuss war.

Davor sorgte der Künstler JOMI (JOsef MIchael) mit seiner Pantomime für Kurzweile. JOMI ist von Geburt an gehörlos und inzwischen selbst CI-Träger. JOMIs Kunst liegt nicht nur in der Präzision der Darstellung, sondern darin, dass er die unterschiedlichsten Personnagen im wahrsten Sinne des Wortes „beseelt“. So zieht der Künstler immer wieder aufs Neue den Zuschauer in seinen Bann.

Zum Tanz spielte das „Berliner Salonorchester“ mit einem Medley von 1920 – 1960 auf und präsentierte später auch Musik der 70er Jahre. Das Parkett füllte sich schnell und auch hier fiel wieder die CI-Jugend positiv auf, die sich nach den Klängen der Musik verzückt bewegte. So mancher CI-Kritiker hätte sich hierbei eines Besseren belehren können – Fortschritt ist nur möglich, wenn man gegen intelligente Regeln verstößt.

Sonntag, 16.09.

Mit einer gemeinsamen Morgenandacht hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, den 2. Symposiumstag zu beginnen. Über die Zuverlässigkeit von Cochlea-Implantaten, Nutzen zweier CIs für Kinder und Jugendliche bis zur Schilderung eines CI-Kindes reichte an diesem Tage das Spektrum der Referenten. Marlies Herzogenrath berichtete zum Ende der Veranstaltung über die Erfolgsgeschichte der DCIG und nach den Abschlussworten durch Franz Hermann endete die Veranstaltung gegen 12.45 Uhr.

Rahmenprogramm

Direkt im Anschluss hatten wir die Möglichkeit mit einer historischen Stadtrundfahrt mit dem Schiff, einer Fahrt mit der gläsernen S-Bahn und der Besichtigung des Reichstags die Tage in Berlin ausklingen zu lassen.

Das Symposium 2007 hat neue Erkenntnisse gebracht und unser Wissen über das CI vertieft. Zudem hatten wir die Möglichkeit, interessante nette Menschen kennen zu lernen und bestehende Kontakte und Freundschaften zu pflegen und zu vertiefen.

So Gott will, sind wir zum 25-jährigen Jubiläum wieder dabei und schnuppern erneut Berliner Luft.

Marlies Wulf 09/2007